ich öffne die augen nach einem bösen traum
weit und breit nur land und meer
geniesse den moment der ersten zigarette
minuten intensiver als mancher tag
ein erloschnes feuer zeigt so brutal
dass morgen nicht interessiert
zu zweit die zeit austrixen nicht nur eine zeile
mit beiden ohren hören und mit beiden augen sehn

ich seh die ebbe ich seh die flut
ich sehe besser ich sehe gut
rosarot nur der augenblick
meine zehen malen herzen in das watt
und alles was ich brauche
hör ich seh ich spür ich um mich rum

verworren und lang der weg durchs labyrinth
einen schritt vor und drei zurück
den schmerz betäubt um nicht zu schreien
die sackgasse entpuppt sich als ein weg
stunden und tage lang sich mitgeteilt
kann es auch noch ohne gehen?
nicht nochmal zurück nicht nochmal über los
kein blick zurück im zorn nichts umsonst gelebt

ich seh die ebbe ich seh die flut
ich sehe besser ich sehe gut
rosarot nur der augenblick
meine zehen malen herzen in das watt
und alles was ich brauche
hör ich seh ich spür ich um mich rum

ich schwimme bei flut bis die ebbe kommt
weiss nicht wann ich nicht mehr kann
sitze und warte bis sich der wind verstärkt
bis mich die flut hier überrascht
greife die sterneschau den schiffen hinterher
auf den mond ist stets verlass
die künstliche welt hatte mal ihren reiz
da ist nur eine tür am ende vom labyrinth

ich seh die ebbe ich seh die flut
ich sehe besser ich sehe gut
rosarot nur der augenblick
meine zehen malen herzen in das watt
und alles was ich brauche
hör ich seh ich spür ich um mich rum
Ebbe und Flut (Labyrinth II)


Text • 1993
P Vielhaber

Musik • 1993
T Vogt


veröffentlicht
Lebendig Begraben • 1995